Zen to Done auf Deutsch [ToolBlog]

Florian Steglich von imgriff hat Leo Babautas e-Buch "Zen to Done" ins Deutsche übersetzt. Vielen Dank dafür, das ist eine Heidenarbeit!

Der erste Teil erschien vorgestern. Hier beschreibt Babauta, warum er Zen-to-Done entwickelt hat. Er nennt fünf Probleme, die seiner Meinung nach bei der Umsetzung von GettingThingsDone auftauchen. Diese sind:

  1. GTD ist eigentlich eine Abfolge von Gewohnheitsänderungen.
  2. GTD legt zu wenig Gewicht auf das Handeln
  3. GTD bietet zu wenig Struktur.
  4. GTD will zuviel schaffen - und erzeugt so Stress.
  5. GTD vernachlässigt die persönlichen Ziele.

Beim Durchlesen habe ich mir verwundert die Augen gerieben und mich gefragt, ob ich unter GettingThingsDone das Gleiche verstehe wie Babauta.

zu 1) Natürlich muss ich Gewohnheiten verändern, wenn ich mit einem neuen System mich selbst organisieren will. Aber wo steht denn geschrieben, dass ich alles auf einmal machen muss? Wenn ich mich richtig an den Workshop in Washington erinnere, hat David Allen ausdrücklich betont, dass man schrittweise vorgehen kann (soll?). Babauta schreibt weiter: Hinzu kommt, dass GTDler nur selten bewährte Methoden anwenden, um ihre Gewohnheiten zu ändern. Ich zitiere Allen (im Schluss seines Buches): Ich wette, Wie ich die Dinge geregelt kriege hat vieles von dem bestätigt, was sie schon wissen und in gewissem Umfang immer schon praktiziert haben. Ich sehe das auch so und Teilnehmer meiner Workshops bestätigen dies.

zu 2) Das haut mich, ehrlich gesagt, um. Ich kenne keine andere Methode, die soviel Wert auf das Handeln legt. Stichwort: What’s the next action? Und noch ein Zitat: Der Schlüssel, mit all Ihrem "anfallenden Zeug" fertig zu werden liegt […] in Ihren Handeln.

zu 3) Babauta: Das Fehlen von Struktur und Vorausgeplane, die situativ getroffenen Entscheidungen, was als nächstes im jeweiligen Kontext zu tun ist, das gehört zum Brillantesten, was GTD ausmacht. Das sehe ich auch so. Es ist aber nicht so, dass GTD keine Struktur hat, es ist eine andere Struktur wie im herkömmlichen Zeitmanagement. Gemacht für Menschen, die viel um die Ohren haben und nicht immer selbst bestimmen können, wann was zu tun ist. In meinen Augen ist die Idee von den drei wichtigsten  Aufgaben ein Rückschritt in Richtung klassisches Zeitmanagement.

zu 4) Es gibt gute Gründe, alles aus dem Kopf zu kriegen. Stress entsteht eben dadurch, dass wir zu viel im Kopf haben. In einem stimme ich Babauta zu. Wenn Sie wirklich versuchen, alles zu erledigen, was sie auf der Liste haben, dann wird es wirklich schwierig. Das gilt besonders für die Liste Irgendwann/Vielleicht. Warum sie wohl so heißt? Allen: You can do anything - but not everything.

zu 5) In GettingThingsDone gibt es die Metapher der Flughöhe. Die Idee ist, mit dem Alltagskram klar zu kommen und so den Kopf für die Ziele, Wünsche, Aufgaben frei zu bekommen, die mir wirklich wichtig sind. Das ist für mich vielleicht der Hauptzweck der Methode. Mach die Runway sauber, sonst kannst Du nicht abheben.

Alles sollte so einfach wie möglich gemacht sein, aber nicht einfacher.

Albert Einstein

 

Nochmals vielen Dank für die Übersetzung, ich bin auf die weiteren Folgen gespannt.

Original post here: Stephan List

10 January 2008 | Selbstmanagement (GTD) | Comments

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